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Gesundheitstipp 08

Homöopathische Mittel und ihre Anwendungsgebiete

Schnupfen, Erbrechen oder Bauchschmerzen- wir erkranken oft ganz plötzlich. Die homöopathische Haus- und Reiseapotheke kann als Erste-Hilfe-Maßnahme bei alltäglichen Beschwerden von Kindern und Erwachsenen und insbesondere auf Reisen verwendet werden.

Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt, so lautet die 200 Jahre alte Lehre von Samuel Hahnemann, die sich nach den individuellen Symptomen und der Persönlichkeit der Patienten richtet. Diese Ähnlichkeitsregel ist das Grundprinzip der Homöopathie. Damit ist gemeint, dass nur die Substanz helfen kann, die bei einem gesunden Organismus ähnliche Symptome hervorruft, unter denen der Erkrankte leidet. Das wohl bekannteste Beispiel ist die homöopathische Wirksamkeit von Allium cepa, der Küchenzwiebel.

Sie löst bei einem Gesunden einen Fließschnupfen aus und heilt in potenzierter Form eine Rhinitis mit reichlich scharfem, wundmachendem Nasensekret und mildem Tränenfluss. Oder Coffea, die Kaffeebohne, die als Kaffee getrunken anregend, aber homöopathisch eingesetzt bei einem Menschen mit Schlafproblemen schlaffördernd wirkt. An diesen Beispielen zeigt sich ein weiterer Grundsatz der Homöopathie, nach dem die Wirkung homöopathischer Arzneimittel immer am gesunden Menschen getestet wird.

Durch diese Arzneimittelprüfung tragen die Homöopathen einen Wirkungskatalog zusammen, in dem die Arzneimittelbilder aufgelistet sind. Das Arzneimittelbild, das am besten zum individuellen Krankheitsgeschehen passt, ist die gesuchte homöopathische Arznei. Voraussetzung für ihre Wirkung ist, dass das Mittel beim Herstellungsprozess stufenweise verdünnt und verschüttelt wurde, womit der dritte Grundsatz der Homöopathie, die Verwendung der Arzneimittel in potenzierter Form, beschrieben ist.

Weniger ist mehr. Die Ausgangsstoffe sind in homöopathischen Arzneimitteln immer nur stark verdünnt enthalten, wobei die Homöopathie ein spezielles Verdünnungsverfahren einsetzt,. Da dieser Herstellungsprozess neue Kräfte entfaltet, die über den materiellen Wirkungsgrad des eigentlichen Arzneimittels hinausgehen, sprach Hahnemann von Potenzieren (von lat. potentia = Kraft) und die Verdünnungen nannte er Potenzen. Das Besondere der Homöopathie ist somit, dass es mit jedem Schritt der Verdünnung zu einer Wirkungsverstärkung kommt. Ab einer bestimmten Potenz ist kein Wirkstoff mehr nachweisbar, das Mittel enthält aber weiterhin eine Information, vergleichbar mit einem Datenträger.

Verdünnt und verschüttelt. Die römische Ziffer der Potenzen gibt den jeweiligen Verdünnungsschritt an. D-Potenzen sind 1:10 verdünnt, C-Potenzen 1:100 und LM-Potenzen 1:50.000. Die Zahl hinter der römischen Ziffer gibt die Anzahl der Verdünnungsschritte an. Eine D 12 ist somit eine Verdünnung von 1:10, die verschüttelt wurde, diese Verschüttelung anschließend wieder 1:10 verdünnt, verschüttelt…Das Ganze 12 mal.

Heilung aus eigener Kraft. Die Homöopathie sieht den Menschen als ganzheitliches System. Gerät dieses aus der Balance, stellen sich Beschwerden ein. Aufgabe der Homöopathie ist es daher, das System mit gezielten Reizen zu regulieren und wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das erreicht eine homöopathische Substanz, indem sie einen Schlüsselreiz setzt, der die Selbstheilungskräfte mobilisiert, im Gegensatz zur Allopathie, die die Symptome behandelt.

Das passende Mittel finden Die Auswahl des homöopathischen Mittels erfolgt dabei unter Berücksichtigung der Auslöser und Modalitäten. Als Modalitäten werden in der Homöopathie alle Umstände und Einflüsse bezeichnet, unter denen sich ein Symptom verbessert oder verstärkt. Dazu gehören beispielsweise Ruhe oder Bewegung, Wärme oder Kälte, die Tageszeit, die Nahrungsaufnahme und viele andere Dinge mehr.

Homöopathischer Arzneischatz. In der Homöopathie kann auf eine Vielzahl von Substanzen zurückgegriffen werden. Mittlerweile stehen mehr als 2000 Einzelmittel zur Verfügung, die aus den verschiedenen Bereichen der Natur stammen. Dabei finden Pflanzen, tierische Substanzen und Metalle sowie chemische Verbindungen Verwendung.

Als Nosoden bezeichnet man homöopathische Zubereitungen aus Krankheitsprodukten von Mensch oder Tier, Krankheitserregern oder deren Stoffwechselprodukte oder Zersetzungsprodukte tierischer Organe, die zuvor sterilisiert wurden (z. B. Tuberculinum/Sekret eines tuberkulösen Abszesses). Während die klassische Homöopathie lediglich Einzelmittel anwendet, haben sich inzwischen auch Komplexmittel etabliert. Diese sind aus verschiedenen Einzelmitteln in teilweise unterschiedlichen Potenzen zusammengesetzt. Dabei sind die Kombinationen so gewählt, dass sie sich ergänzen und eine Erkrankung breit abdecken.

C oder D? 6 oder 200? In der Literatur findet man unterschiedliche Angaben zu den Potenzen, was zu Verwirrung führt. Ob die Urtinktur 1:10 oder 1:100 verdünnt wird, richtet sich nach der Vorliebe des Verfassers und ist fast immer unerheblich. Wichtig ist, dass das Mittel passt. Niedrige Potenzen wie C/D 6 bis 12 werden bei akuten Zuständen angewendet, höhere ab C/D30 für chronische und seelische Erkrankungen sowie Notfälle. Dabei ist es wichtig 15 min. vor und nach der Einnahme nichts zu trinken oder zu essen. Das Mittel wird solange im Mund, am besten unter der Zunge behalten, bis es sich aufgelöst hat. Während bei einer höheren Potenz die einmalige Gabe pro Tag ausreicht, nimmt man niedrige Potenzen 2-3mal pro Tag ein, bei akuten Zuständen sogar jede halbe Stunde.

IMMER WIEDER IN DER KRITIK. Vermutlich wurde die Debatte pro und contra Homöopathie schon zu Hahnemanns Zeiten geführt. Und bestimmt auch ähnlich emotional wie gerade heute wieder. Zu verschieden und vermeintlich unvereinbar sind die Ansätze. Dem Patienten helfen solche Diskussionen wenig. Tatsache ist, dass es viele Kritiker gibt, aber vermutlich noch mehr Menschen, die positive Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht haben. Auch an Punkten, an denen die Allopathie nicht mehr weiterweiß. Denn nicht nur die Homöopathie hat ihre Grenzen. Wer stets auf evidenzbasierte Medizin pocht, vergisst, dass in der Schulmedizin auch nicht alles plausibel ist.

Homöopathische Arzneimittel sind beliebt und manchmal, beispielsweise in der Schwangerschaft oder bei Säuglingen und Kleinkindern, eine der wenigen Möglichkeiten Beschwerden zu lindern.Natürlich bedarf es in jedem Fall kompetenter Beratung, die auch die Grenzen der verschiedenen Therapieformen kennt und aufzeigt. Aber alternative Heilmethoden haben ihre Berechtigung und der Patient sollte die Wahl haben.


Bewährte Mittel für eine Kinderapotheke

Aconitum
bei Fieber mit raschem Anstieg, Schüttelfrost sowie Angst,Schreck, Schock
Allium cepa
bei laufender Nase mit scharfem, wässrigem und wund machendem Sekret, allergischer Fließschnupfen
Apis mellifica
bei Insektenstiche mit Schwellung, Brennen und Jucken, allergische Hautschwellung, Halsschmerzen (besser durch Kälte), Sonnenbrand
Arnica
bei Verletzungen, wie Wunden, Prellungen, Zerrungen, Zahnextraktion/ Zahnbehandlungen, zur bessern Wundheilung
Arsenicum album
bei Magen- Darm- Infektion mit Durchfall und/ oder Erbrechen
Belladonna
bei fieberhaftem Infekt mit Hals- und Schluckbeschwerden. Plötzlich eintretende, starke Ohrenschmerzen mit Geräuschempfindlichkeit. Sonnenbrand: Haut ist schmerzhaft gerötet, Sonnenstich
Bryonia
bei Husten; sehr trocken, schmerzhaft; stechend Schmerzen im Brustraum beim geringsten Hustenstoß; trockene Schleimhäute, großes Durstgefühl
Cantharis
bei Blasenentzündung
Calcium phosphoricum
bei Wachstumsschmerzen
Calcium phosphoricum
bei Wachstumsschmerzen
Calendula
Hauptmittel für offene Wunden aller Art, Infektionen nach Zahnbehandlung
Cantharis
Akute Harnwegsentzündung, Sonnenbrand mit Blasenbildung, Verbrennung
Chamomilla
Zahnungsbeschwerden bei Kindern, Schmerzzustände, z.B. Periodenschmerzen, Ohrenschmerzen, Reizbarkeit
Cocculus
bei Reiseübelkeit und Jetlag
Drosera
bei Reizhusten (Keuchhusten, trocken- quälend)
Dulcamara
bei Erkältung und Entzündungen nach Durchnässen, Blasenentzündung nach Unterkühlung und nach Durchnässen
Ferrum Phosphoricum
bei fieberhaftem Infekt
Gelsemium
bei Lampenfieber, Kopfschmerzen (im Hinterkopf/ Nacken), migräneartig
Hepar sulfuris
Abszesse, allgemein eitrige Prozesse, Prophylaxe bei Pseudokrupp (mit Spongia)
Hypericum
-„das Nervenmittel“, bei allen Arten von Nervenschmerzen, Trigeminusneuralgie
Ipecacuanha
Schleimiger Husten (mit Schleimerbrechen)
Ledum
Insektenstiche: punktförmige Stiche, Bissverletzungen (Zeckenbiss)
Luffa
bei Stockschnupfen, Sinustits
Lycopodium
bei Blähungen und aufgetriebenem Bauch
Nux vomica
bei Übelkeit und Erbrechen nach „Zuviel“, z.B Essen oder Alkohol
Okoubaka
Stuhlgangregulation nach Antibiotikum, Reisedurchfall; auch zu Vorbeugung
Phytolacca
Mandelentzündung mit Schmerzen bis in die Ohrenbereich
Pulsatilla
Schnupfen mit gelblichem Schleim, tränenden Augen und Husten
Rhus toxicodendron
Fieberhafter Infekt mit Bläschenbildung sowie alle Beschwerden, die sich durch Bewegung bessern
Sambucus
bei Säuglingsschnupfen
Spongia
bei Heiserkeit, bellendem Husten
Staphisagria
bei Schnittwunden aller Art

Bei sehr emfindsamen Menschen und bei zu häufiger Wiederholung der Arzneigabe kann es zu übrschießenden Reaktionen kommen, die jedoch nicht als schädliche Arzneiwirkung, sondern als Zeichen der richtigen Arzneiwahl einzuschätzen sind. Nach ein paar Stunden sollten die Symptome dieser sogenannten Erstverschlimmerung jedoch abgeklungen sein. Die Einnahme eines falschen Mittels kann nicht schaden, es wird jedoch auch nicht helfen. Anhand der Symptome kann man überprüfen, ob nicht ein anderes Mittel besser passt. Falls sich der Zustand nicht bessert, sollte man mit einem Arzt oder Heilpraktiker sprechen.

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